Alles begann mit einer kleinen Töpferwerkstatt
Theodor Becker, Töpfermeister und Tonwarenfabrikant, entstammte einer alten Großalmeroder Töpferfamilie, die sich bis 1598 zurückverfolgen lässt. Er erlernte das Töpferhandwerk traditionsgemäß von seinem Vater und arbeitete anschließend als Geselle. Maschinentechnische Kenntnisse erwarb er zwischenzeitlich am Kasseler Polytechnikum und arbeitete von 1857 bis 1861 als Werksführer auf der Waitz´schen Zeche in der Schamottesteinfabrik im Faulbach. Am 01.03.1861 gründete er anschließend mit der finanziellen Unterstützung seines Vaters seine eigene Töpferei. Durch eine eigene Erfindung gelang es ihm hier, das Glasurenreiben, das bis dahin in den einzelnen Handwerksbetrieben in tagelanger, mühseliger Handarbeit durchgeführt wurde, auf maschinellen Antrieb umzustellen. Er hatte ein gutes Gespür für die Zeichen der damaligen Zeit: Was im bescheidenen Umfang begann, sollte sich 1868 mit dem Einstieg von seinem Jugendfreund Conrad Piscantor als wegweisender Schritt zum Erfolg erweisen.
Der Betrieb wurde durch zahlreiche Ideen, fundiertes Wissen und eine Portion Entschlossenheit geformt: Becker und Piscantor erweiterten die Produktion und im Jahr 1913 – ein halbes Jahrhundert später – exportierte das Unternehmen bereits 50 % der Gesamtproduktion.
Auch zwei Weltkriege hinderten den Gründer und seine Belegschaft nicht daran, stetig zu wachsen und das Unternehmen und seine Produkte gut im Markt zu positionieren.
Einen entscheidenden Beitrag zu diesem Erfolg leistete vor allem die Unternehmensmarke „DIAMANT“, die das Schmelztiegelwerk weltweit bekannt machte. „Der DIAMANT unter den Schmelztiegeln“ – so lautete der Werbeslogan der Schmelztiegelwerke. Diese Marke bildete das Warenzeichen des Unternehmens.
Schmelztiegel
Ein Tiegel ist ein feuerfestes und grobkeramisches Gefäß mit einer sehr guten Wärmeleitfähigkeit. Folglich wird er in Gießereien zum Schmelzen und Warmhalten von NE-Metallen und deren Legierungen verwendet. Dies sind vor allem Anwendungen im Leichtmetallbereich wie Aluminium und Aluminiumlegierungen, Kupfer und seine Legierungen aus dem Buntmetallbereich sowie Schmelzen von Zink. Der DIAMANT-Schmelztiegel besteht aus Graphit, Siliciumcarbid und -metall sowie einem Binder (Ton oder Kohlenstoff/Phenolharz). Für die unterschiedlichsten Anforderungen gibt es einen individuellen Tiegel: Strangguss-Tiegel, Retorten, Spezial-Tiegel für Induktionsöfen oder Kippofentiegel.
Jahrelange Erfahrung sind das Erfolgsrezept
1998 wurde das Unternehmen von der Vesuvius Group gekauft. Zu dieser Zeit exportierte das Schmelztiegelwerk bereits weit über 70 % der Gesamtproduktion und es wurden inzwischen mehr als 100 Länder rund um den Globus beliefert. Seit Juni 2010 gehören die Großalmeroder Schmelztiegelwerke zur Foseco Foundry Division der Vesuvius GmbH in Borken. „Eines unserer Erfolgsrezepte ist sicherlich die jahrelange Erfahrung unserer Mitarbeiter,“ beschreibt Geschäftsführer Dirk Höckendorff begeistert. „Der immer währende Wille sich zu verbessern. Nicht stehen zu bleiben, Innovationen hervorzubringen und nicht zuletzt die beständige Suche nach fortschrittlichen Lösungen für unsere Kunden sind Indikatoren für den Erfolg. Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut.“ Mit mehr als 100 Beschäftigten am Standort ist die Vesuvius GmbH einer der größten Arbeitgeber in Großalmerode. Im September wird dieses Jubiläum mit einem Familientag und anschließendem Betriebsfest für die Mitarbeiter und deren Angehörigen gebührend gefeiert.